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„Limessprung“ über den Rhein mit dem Limes-Cicerone Christian Havenith


Nach einem Willkommenstrunk in der RömerWelt Rheinbrohl mit gemeinsamem Anstoßen auf das neue UNESCO Welterbe „Niedergermanischer Limes“ und das seit 2015 bestehende UNESCO Welterbe „Obergermanisch-rätischer Limes“ springen Sie zusammen mit dem Limes-Cicerone Christian Havenith durch die Epochen des römischen Reiches über den Rhein von einem Welterbe zum anderen.

Wir starten rechtsrheinisch mit einer Museumsführung durch die erweitere Ausstellung der RömerWelt in Rheinbrohl, ungefähr in Höhe des vermuteten 3. Wachturms am Obergermanisch-rätischen Limes. Dort erfahren Sie, wie sich die Bedeutung und Struktur des Limes über die Jahrhunderte wandelte. Begleiten Sie den authentisch ausgestatteten Beneficiarius TERTINIUS SEVERUS von der 8. Legion, der als Zollbeamter, Steuereinnehmer und Justizvollstrecker am Außenrand des römischen Imperiums eingesetzt ist. Sein Dienstweg führt entlang der um das Jahr 100 nach Chr. an als Schneise und Postenweg durch die Wälder des Westerwaldes mit Holztürmen angelegten Grenze des römischen Reiches, abwärts ins Rheintal zum ersten Wachtturm am Rheinufer, dem Caput Limitis. Dieser zeigt in seiner Steinbauweise die letzte massivere Ausbaustufe der Limesanlagen um das Jahr 230 nach Chr. Erfahren sie mehr über den Vormarsch der Germanen hin zum Reich und dem lockenden Wohlstand hinter der nassen Limesgrenze, dem Rhein.

Wir queren den Rhenus wie einst der Beneficiarius sicher mit der Flotte, der Classis. Hierbei schauen wir zurück in wilde Zeiten voller Umbruch und Wandel, vom Erstarken des römischen Reiches bis hin zum Abzug der Truppen und dem Ende des Decumatlandes. Ziel der Expedition ist der Fundplatz der sicheren Wachstube des Beneficiarirus im Vinxtbachtal, Ad Fines genannt. Dort werden Sie ein Teil der römischen Wachmannschaft zwischen den damaligen Provinzen Nieder-und Obergermanien. Erfahren Sie Neues zu den Aufgaben der Beneficiarier an der Limesstrasse, der heutigen B9. Nach dem erfolgreichen „Limessprung“ zurück über den Rhein, erfolgt die Rückkehr in die RömerWelt.

Eckdaten:
Start: 11.00 Uhr in der RömerWelt Rheinbrohl, Arienheller 1. Dauer: ca. 4h mit Rheinquerung per Fähre, ca. 6 km Hin- und Rückweg. Ende: Mündung des Vinxtbaches bei Bad Breisig/Rheineck, Rückweg zu Fuß zusammen zum Museum. Kosten inkl. Eintritt in die RömerWelt und Begrüßungstrunk sowie Fährkarte für Hin- und Rückfahrt: 19,50 € pro Person.

Weiteres Programm in der RömerWelt: Brotbacken, Handwerk und Funkkontakt zu anderen Welterbestätten:

Im Erlebnismuseum selbst, sind aus Anlass des UNESCO-Welterbetages einige Stationen im Außengelände belebt. Als besondere Aktion werden Amateurfunker versuchen Kontakt zu anderen Ländern an den Unesco-Welterben der römischen Außengrenzen von Schottland bis zur Slowakei herzustellen.

Im Handwerkshaus zeigt der Steinmetz wie sein Handwerk funktioniert, wie die Werkzeuge aussehen und worauf es bei der Steinbearbeitung ankommt. Auch im Backhaus wird es aktiv. Die rekonstruierten Backöfen werden schon morgens befeuert, damit am Mittag die ersten frischen Brotlaibe die Öfen verlassen können. Das Brot wird nach römischer Rezeptur hergestellt und schmeckt wunderbar nach Gewürzen und Kräutern. Das aromatische Brot kann vor Ort käuflich erworben werden. (Solange Vorrat reicht).  Einige römische Spiele stehen zum Ausprobieren zur Verfügung, die Ausstellung kann erkundet werden und der Spielplatz sorgt für Abwechslung auch für die ganz kleinen Besucher.